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Der Horterhof
bei Otterberg - Seine Geschichte und Bewohner, einschl. eines Exkurses
über versch. Rahm-Genealogien, von Dr. Hans Steinebrei, Kaiserslautern
1988 (Titelblatt und S.1)
S.2
Meinen Dank
für die Mithilfe möchte ich neben den erwähnten Archiven, Herrn Rektor
i.R. Heinrich Herog, Herrn Rektor i.R. Franz Rink, Herrn Ober-Lehrer i.R.
Arnold Ruby, Herrn Pfarrer Erich Kuby, Herrn Hermann Schneider und den
Bewohnern des Horterhofes aussprechen.
Das Titelblatt
zeigt einen Ausschnitt aus der Gewannenkarte von 1823, LA Speyer, Best.
W 41, Nr. 77
Inhaltsverzeichnis
(S. 3)
Einführung
( S.4)
Klostergut
und Hof bis zum Jahre 1700 ( S. 4)
Das Hofgut
im 18. JH (S. 10)
Zur Geschichte
der einzelnen Häuser (S. 13)
Die Rahm-Familie
und der Horterhof (S. 20)
Die verschiedenen
Rahm-Linien (S. 22)
Besitzverhältnisse
des Horterhofs ab Mitte des 19. JH (S. 24)
Die Magdalenenhütte
(S. 39)
Der Hof
im 20. JH (S. 39)
Erbbestandsbrief
aus dem Jahre 1671 (S. 44)
Die Häuser
und ihre Besitzer, genealogische Tabellen (S. 47)
Quellen
(S. 52), hier in rot im Text ergänzt
Die Rahm-Familie
und der Horterhof (S. 20-22):
Die ursprüngliche
Schreibweise war Ram oder Ramm. Erst im 18. JH wurde ein zusätzliches
"h" eingeführt. Wie bereits erwähnt, kam Michael Rahm (1725-1792)
im Jahre 1784 als Teilerbbeständer von Heiligenmoschel, wo er zeitweise
Gemeindevorsteher war, auf den Horterhof. Er war verheiratet mit einer
Maria Elisabetha Rahm. Die Eltern waren Georg Rahm (1683-?) von Heiligenmoschel
und Anna Katharina Zapp (1688-?) vom Holbornerhof. Die nächste aufsteigende
Generation waren Tobias Ram und Anna Esther. (36:
LKA Speyer, luth. Kb. Heimkirchen). Er wurde ca. 1652 geboren und
mit 81 Jahren am 06. Januar 1733 in Imsweiler begraben. Im Jahre 1684
ist er als Mitglied des Schatzungsamtes in Imsweiler begraben. Sein Vater
war der erste Ram, der nach Heiligenmoschel kam; es war Hanß Bernhard
Ram von Bergzabern. Genannt wurde er der Stumparm, vermutlich deshalb,
weil er im Kriege die Hand verloren hatte. Er war 1651 Soldat in Landstuhl
(37: Im dt. ref. Kb. von Otterberg ist beim
Taufeintrag seines Sohnes Hans Karl im Jahre 1651 vermerkt "Der Vater
Hanß Bernhard Ram von Bergzabern ist ein Soldat zu Landstuhl, die Mutter
heißt Appolonia und hält sich zu Heiligenmoschel uff. Der Petter (Pate)
Carl Frenger von Heiligenmoschel, der andere Hanß Michel auch von Dannen
(auch von dort), die Gothe (Patin) Engell, des Kinds Mutter Schwester."
(S. 7, Nr. 5) Beim Taufeintrag seiner Tochter Anna Katharina im Jahre
1657 heißt es "eine junge Tochter getauft mit Namen Anna Katharina,
der Vater Hanß Bernhard Ram, anitzo in des Grafen von Reipoltskirch Diensten,
die Mutter Appolonia, der Petter Michel Schwambach von Morbach. Die Gothe
Catharina, Nickel Frenger von Gehrweiler, Hausfrau, die andere Anna Engel,
Carl Frengers, von Heiligenmoschel, Tochter". (S. 18, Nr. 13)).
Er muß zwischen 1615 und 1625 geboren sein und starb ca. 1681/82. Verheiratet
war er mit einer Appolonia (vermutlich Frenger). In den 50er Jahren kam
er nach Heiligenmoschel und erhielt ca. 1662 als Erbbestandteil das 1.
Hofgut, das alte Wirtshaus. Noch heute steht das Haus, allerdings umgebaut
(Bergstraße 3) (38: LA Speyer, B 2/939, 2 S.
87). Von ihm stammen alle Heiligenmoscheler
Rahm ab, auch die Seitenlinien, die im 18. JH nach Baalborn, Neukirchen,
Hochspeyer, Ranßweiler und anderen Orten der Umgebung verzogen bzw. dort
einheirateten. Da aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und davor nur
noch wenige Kirchenbücher vorhanden sind, kommt man in der Genealogie
sehr schwer voran. In Bergzabern aber starb um 1624/25 ein Eberhard Ramm,
der bereits 1583 in der Untertanenliste des Ortes erwähnt wird (39:
Rudolf Fendler, Pfalz-Zweibrückige Kirchenvisitation von 1605 in der Südpfalz,
in Mitteilungen d. Hist. Ver. d. Pfalz, 64 Speyer 1966). Seine erste Frau hieß Anna, die zweite Katharina. Sie wird
im Jahre 1625 als Witwe, während sie mit ihrem Mann noch 1624 in der Kommunikantenliste
genannt ist (40: Prot. LKA Speyer, ref.
Kb. Bergzabern). Außer einem Jacob, der
1630 und einem Ludwig aus Oppenheim, der 1618 eingetragen ist, kommen
dort keine weiteren des Namens vor. Ein Cunrad Ram ist 1614 in Oppenheim
gestorben (41: LA Speyer, ref. Kb. Oppenheim,
S. 502). Die beiden Letztgenannten sind
sicher Verwandte, evtl. Söhne Eberhards. Es ist mit größter Wahrscheinlichkeit
anzunehmen, daß Eberhard auch der Vater von Hanß Bernhard war. So weit
ist nun die Rahm-Forschung gediehen.
Der
verstorbene Rektor Rudolf Leppla von Heiligenmoschel machte mich vor Jahren
auf die Gemeinde Hallau bei Schaffhausen in der Schweiz aufmerksam, wo
der Name Rahm bis 1425 nachzuweisen ist und glaubte, ein Zuzug von dort
nach Bergzabern sei glaubhaft (42:
Reinhard Meyer, Heimatkunde und Geschichte von Hallau, Bern 1938). Meine Untersuchungen in den Archiven von Hallau und Schaffhausen
haben kein endgültiges Ergebnis erbracht. Rahm war im 15. und 16. JH der
am häufigst vorkommende Name in Hallau. Es gab insgesamt 12 Stämme Ram,
die mit je einem Beinamen bezeichnet wurden. Zuvor wurde der Name auch
Raman geschrieben. In Hallau ist heute noch der Familienname sehr häufig
anzutreffen. Da während der Reformationszeit der Name Rahm auch bei den
Wiedertäufern vorkam, was man aus Unterlagen entnehmen konnte, so, könnte
es möglich sein, daß einer von diesen nach Bergzabern flüchtete. In Hallau
wurde im Jahre 1531 ein Pfarrer Johannes Rahm, der 1521 in Wittenberg
studierte, als Wiedertäufer angeklagt (43:
G. A. Bächtold, Die Schaffhauser Wiedertäufer in der Reformationszeit,
S. 106, Schaffhausen 1900). Durch Verfolgung
und Unterdrückung wurden diese Sektierer aus dem Lande getrieben. Eine
große Gruppe zog nach Mähren, wovon viele auch wieder zurückkehrten. So
schriebt Christian Hege über "Die Täufer in der Kurpfalz" (44: Christian Hege, Die Täufer in der Kurpfalz, Frankfurt
1908), daß viele Mitte bis Ende des
16. JH in die Pfalz kamen, ja sich heimlich einschlichen. Straßburg war
ein Zentrum. Auch die Orte Zweibrücken und Otterberg werden darin erwähnt.
Laut einem Verzeichnis um 1600 wurden Güter eingezogen von Leuten, die
schon 1559 nach Mähren zogen und nach hier zurückkehrten, u.a. Hans Ram(p)ens
Tochter (44). Untersuchungen in Straßburg meinerseits
konten die These der Wanderung über das Elsaß nach Bergzabern jedoch urkundlich
nicht bestätigen.
Andererseits
waren die Rahm von Hallau Leibeigene des Klosters Schaffhausen. Vielleicht
versuchte einer der Leibeigenschaft zu entkommen und flüchtete nordwärts.
Bemerkenswert
ist jedoch, daß im Jahre 1574 in Hallau eine Hungersnot harrschte und
der erste Ram im Jahre 1583 in Bergzabern nachgewiesen worden ist. Einen
Zusammenhang könnte man hier rekonstruieren. Einen Eberhard Ram konnte
ich in Hallau und Umgebung nicht finden, allerdings gehen die Kirchenbücher
nicht bis in diese Zeit zurück.
Die verschiedenen Rahm-Linien (S. 22-24)
Eine
andere Rahm-Linie führt nach Frankenthal. Dort kommt im niederländisch-reformierten
Kirchenbuch der Name mehrmals vor. Jan Ram, der von "Nidecken (Nideggen)
im Jülicher Land" kam, heiratete dort im Jahre 1605 und ließ dort
mehrere Kinder taufen. Niederländische Flüchtlinge kamen durch die brutale
Unterdrückung des reformierten Glaubens durch Herzog Alba und in der nachfolgenden
Zeit in Scharen nach Deutschland, insbesondere in die Pfalz, wo Pfalzgraf
Johann Kasimir ihnen eine neue Heimstatt gab. Amsterdam, Middelburg, Leyden
und Antwerpen werden um die Wende vom 16. zum 17. JH als Geburtsorte von
Ram und de Ram angegeben. Ein Caspar Rahm aus Holzkirchen ist als Dienstknecht
im Jahre 1609 in den Ratsprotokollen genannt (45: Stadtarchiv Frankenthal, Ratsprotokolle). Vermutlich ist der im Jahre 1666 (?) in Großbockenheim vorkommende
Johan Rahm ein Nachkomme der Frankenthaler Rahms.
Weitere
Einzelfunde, ohne einen Zusammenhang rekonstruieren zu können, sind: ein
Ram Gerhard ist 1601 (46: Durchroth,
Einwohnerverzeichnis von 1601) Einwohner von Durchroth und ein Ram Hanß Philipp ist im Jahre 1634 Pate in Saarbrücken
(47: Ref. Kb. Saarbrücken).
Ein durchgehender
Stammbaum einer anderen Ramm-Linie wurde im Jahre 1936 im Auftrag von
Geheimrat Ramm in Eisenach zusammengestellt und von Frau Anneliese Ramm
ergänzt. Er geht bis auf einen Hans Ram zurück, der vor 1633 gestorben
ist und Schulze und Kirchenvater in Deutsch-Wusterhausen bei Berlin war
(48: Erich Dudy, Beiträge zur Familiengeschichte
Dudy, Dielkirchen 1958).
Eine weitere
Ramm-Linie entstammt der Gegend von Frankfurt/ Oder und geht bis 1575
zurück (49: mitgeteilt von Sigurd Hamscher, Krummer Weg 2, 4773
Möhnesee-Delecke). Ferner kann man im Vogtland den Namen nachweisen,
denn im Jahre 1564 heiratete die Tochter eines Hans Rahm in Zwickau (50: mitgeteilt von Dipl. Ing. Georg Fick, 8800 Anspach, Zur
Bahnschau 8).
In den Frankfurter
Ratsprotokollen erscheint im Jahre 1561 ein Rammi Anthonie als Welscher,
1590 ein Cornelius de Ram, 1593 ist ein Hanß Ramm aus Troyes "Troar
in Champagnien" als Bürgerschaftsbewerber aufgeführt (51:
W. Meinert, Die Eingliederung der niederländischen Glaubensflüchtlinge
in die Frankfurter Bürgerschaft 1554-(?99?, nicht mehr lesbar), aus Frankfurter
Ratsprotokolle, Frankfurt 1981).
Mitte des
17. JH kommt der Name auch in Schönau/ Brend und Frankenheim/ Rhön vor,
das als "Nest der Rahm" gegolten hat, auch Ramb geschrieben
(52: mitgeteilt von Birgit Schmalz, Göbelslehenstr.
1, 8700 Würzburg).
Eine bis
heute noch bestehende Ram-Linie geht bis Anfang des 17. JH zurück. Im
Jahre 1610 ist ein Eilert Ram, der in Holstein geboren wurde, nach Schweden
eingewandert und begründete diese Linie, dessen Nachkommen es zu bedeutenden
Stellungen beim Militär und in der Beamtenschaft brachten (53:
Universitätsbibliothek Lund, Schweden, Stammbaum Ramm, erstellt 1908).
Im Jahre
1698 taucht ein Cornelius Rahm, ein "junger Gesell aus Stockholm"
hier auf, der kurpfälzischer Soldat war und in demselben Jahr in Lützelstein/
Elsaß heiratete. Ob er von obiger Linie abstammt war aus der Ahnenliste
nicht ersichtlich (54: Evang. Kb. Lützelstein/
Elsaß, S. 160).
Zur Vervollständigung
noch weitere Rahm-Splitter, die gefunden wurden, ohne jedoch einen Zusammenhang
mit den hiesigen herstellen zu wollen: Walter Petto erwähnt in seiner
Arbeit "Die Einwanderung aus Tirol und Vorarlberg in die Saargegend"
einen Stammvater Andreas Rahm, der 1699 nach Eschringen kam.
Ein De Ram
Cornelius kam 1615/16 als Lederhändler in Aachen vor (56:
Dr. Dietz, Frankfurter Handelsgeschichte).
Ein Ramme
Stephan "ex Dilphinato" heiratete 1695 in Meisenheim (57:
kath. Kb. Meisenheim), und ein Ramè Jacob, Sohn des Franz Jacob
Ramè aus Savoyen, starb im Jahre 1743 (58:
Albert Weigel, 300 Jahre Wiederbesiedelung von Katzenbühl, S. 356, Otterbach
1985).
Eine weitere
Rahm-Sippe läßt sich in Finkenbach nachweisen. Dort ist ein Johann Adolf
Rahm im Jahre 1701 Schulmeister. In wieweit er mit den Heiligenmoschelern
zusammenhängt, konnte bisher noch nicht festgestellt werden
(55: ref. Kb. Finkenbach).
Man sieht
an diesen Beispielen, wie schwierig es ist weiterzukommen, um eine endgültige
Entscheidung zu treffen.
Nun zur
Etymologie des Familiennamens. In einer Studie über die Hallauer Mundart
bedeutet Ram = mager, gering. Man versteht unter ram oder ran auch eine
hagere Person. Der Begriff wird ebenfalls verwendet für einen mageren
Ertrag eines Grundstückes. Der Name Rahn soll auch mit Rahm identisch
sein, wie in der Schweizer Literatur angegeben wird (59:Robert
Rahm, Die Rahm von Hallau und die Rahn von Zürich, Klettgauer Zeitung,
Jg. 90, Mai 1958, Nr. 55, 58, 59, 61, 66 und 68).
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