In Zarben im Kreis Greifenberg in Pommern wurde ich 1923 als Sohn von Erwin Ramm und Alice geb Butenhoff geboren. Meine unbeschwerte Kindheit habe ich auf unserem 53 ha großen Hof mit meinem älteren Bruder Wilfried erlebt. Unser Hof war seit ca. 1675 im Besitz unserer Familie . Es war eine herrliche, hügelige  Landschaft in der Nähe der Ostsee. Nachdem mein Vater zum Wehrdienst eingezogen wurde verschlechterte sich die Lage.

Nach den Besuch der Volksschule in Zarben wurde ich von meinem Vater auf den Hof ausgebildet. Am 8.3 1945 trafen polnischer Soldaten in Zarben ein. Am 17.3. 1945 erfolgte die Vertreibung der gesamten Dorfbewohner. Nach nur wenigen Km Weges mit vorbereiteten Planwagen wurden Männer und Frauen getrennt und mit unbekanntem Ziel verschleppt.

Die Männer kamen auf LKW ‘s und langen Fußmärschen nach Landsberg a.d.Warthe ins Lager. Gute Oberbekleidung und lange Stiefeln wurde uns abgenommen. Die Frauen mußten auf einem Gut das Vieh versorgen und melken. Im Lager Landsberg wurde ich von meinem Vater getrennt, er wurde mit mehreren Männern aus Zarben nach Rußland verschleppt. Es ist nur ein Mann zurück gekommen, die anderen sind durch Entkräftung bei Arbeiten im Moor umgekommen. Ich bin in einem Viehwaggon eingepfercht ins Lager nach Schwiebus bei Berlin gekommen. Anfang Mai flog das  Lager in die Luft, dabei wurde ich verletzt. Nach der Genesung ging es mit einem Bahntransport nach Posen ins Lager. Am 1. November 1945 wurde ich entlassen. Von Posen ging es zu Fuß nach Schneidemühl, von dort mit der Bahn nach Kolberg und dann zu Fuß nach Zarben. Am 3. November 1945 kam ich dann zu Hause an und freute mich meine Mutter anzutreffen. Sie arbeitete für den Polen, der Anfang August auf unseren Hof eingezogen war. Auch ich habe dann für den Polen gearbeitet. Am 13. Mai 1946 erfolgte die endgültige Ausweisung . Zu Fuß ging es nach Treptow, dort haben wir 10 Tage in einem ehemaligen Hotel gelegen, dann wurden wir mit der Bahn in Waggons nach Stettin gefahren, von dort sind wir mit dem Schiff nach Travemünde gebracht worden. Nach der Entlausung in Pöppendorf ging es mit der Bahn über Neumünster nach Hohenlockstedt (vorher Lockstedter Lager). Dort wurden wir von Bauern aus Reher Kr. Steinburg mit dem Fuhrwerk abgeholt. Hier wurden wir auf die einzelnen Höfe verteilt. Meine Mutter und ich, mit neun weiteren Verwandten, kamen zu einer Familie in Reher. Es war jetzt bereits der 15. Juni 1946, nichts im Leib und nur Lumpen auf dem Leib, so mußte ein neuer Anfang gemacht werden. Kurz nach dem 15. Juni erkrankte meine Mutter an Typhus und verstarb am 26. Juni 1946 in Hohenwestedt. So stand ich mit 17 Jahren alleine. Ich fand jeden Anhalt bei meinen Verwandten. Am 1. Juli 1946 konnte ich bei einem Bauern in Stellung gehen und zwei Winterhalbjahre die Landwirtschaftsschule in Hohenwestedt besuchen. Das war gut für mich. Bis Ende März 1950 war ich auf dem Hof tätig. Von meinem Bauern wurde ich wie sein Sohn behandelt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Vom 1.4.1950 bis Juni 1952 war ich dann als erster junger Mann bzw. als Wirtschafter tätig.

Nach einem Grundlehrgang für Milchkontrolleure wurde ich in Brokdorf an der Elbe Milchkontrolleur.

Da ich Vertriebener war und wir einen großen landwirtschaftlichen Besitz hatten konnten meine Frau und ich ein zinsloses Aufbaudarlehen aufnehmen und in Moorhusen bei Wilster einen Hof übernehmen.

Hier leben wir heute noch und genießen unseren Ruhestand.

Wir haben drei Mädchen, deren Männer alle im landwirtschaftlichen Bereich tätig sind.

Weitere Auskünfte können über meinen Bekannten per E-Mail angefordert werden.

Anschrift: OTTO.RAMM@t-online.de